Donnerstag, 11.03.2010

Mitteilung vom 03.03.2010

Ausstellungseröffnung im Probstei Museum Schönberg:

Theater-Träume aus Papier – Sammlung Pollidor’s Papiertheater

Am Sonntag, den 14.03.10 eröffnet das Probstei Museum Schönberg die Saison mit einer neuen Sonder-Ausstellung und leicht erweiterten Öffnungszeiten in der Vorsaison (nun auch samstags).
In Zusammenarbeit mit Barbara und Dirk Reimers vom Papiertheater Pollidor aus Preetz entstand die Ausstellung „Theater-Träume aus Papier“, die einen bunten Querschnitt aus deren privater Sammlung zeigt und damit ein Stück Kulturgeschichte des Papiertheaters sichtbar macht. Die Idee zu dieser Ausstellung entstand im Zusammenhang mit den Gastspielen des Miniatur-Theaters im Probstei Museum. Gezeigt werden historische Bühnen, Bühnenbilder, Figuren und Vorführ-Bühnen mit Hintergrund-Technik und Zubehör aus verschiedenen Zeiten und Ländern.
Das Papiertheater als Spielform entstand um 1800 in Deutschland, Österreich und England, als das Bürgertum das Theater für sich entdeckte. Vorläufer dieser kleinen Theater waren die Guckkästen, die besondere Begebenheiten oder religiöse Szenen darstellten. Im Gegensatz zum Guckkasten konnten Papiertheater aber bespielt werden, sie wurden zur Unterhaltung und später zur Erziehung der Kinder benutzt. Das Repertoire umfasste die Spielpläne der damaligen Zeit, wie zum Beispiel „Der Freischütz“, aber auch „Faust“ und „Wilhelm Tell“ von Goethe und Schiller. Für Kinder kamen später Märchen zur Aufführung. In den 1920 Jahren verlor man das aktive Interesse an dieser Theaterform und erst in den 1990er Jahren wurde das Spielen auf kleiner Bühne neu belebt und ist heute hauptsächlich ein Theater für Erwachsene. Gemeinsam mit der Volkshochschule Preetz organisieren Barbara und Dirk Reimers seit 1988 das mittlerweile international besetzte jährliche Preetzer Papiertheatertreffen mit Bühnen und Aufführungen aus aller Welt.
Eröffnet wird die Ausstellung um 11.15 Uhr von Antje Klein, der 2. stellvertretenden Bürgermeisterin von Schönberg; anschließend beleuchtet Vibe Punger M.A. die Geschichte des Papiertheaters aus volkskundlicher Sicht und Dirk Reimers wird mit praktischer Anschauung seine Sammlung vorstellen. Im Anschluss ist die Ausstellung bis zum 30. November 2010 zu sehen. Das Begleitprogramm sieht Führungen, Aktiv-Angebote für Schulklassen (Theaterspiel und Figuren basteln) und ein Ferien-Workshop vor. Ein Theaterspiel im Rahmen dieser Ausstellung ist für den 19. März um 20 Uhr vorgesehen, dann werden Barbara und Dirk Reimers frei nach Mark Twain die „fürchterliche Liebesgeschichte“ von Konrad und Konstanze dramatisch enthüllen. (Karten-Vorbestellung im Museum)

Renate Sommerfeld, Probstei Museum Schönberg